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Massive Preissteigerungen und Lieferschwierigkeiten bei vielen Baustoffen

Immer mehr Baustofflieferanten kündigen kurzfristig Preiserhöhungen an. Betroffen sind derzeit insbesondere Kunststoffrohre und Dämmstoffe. Hier kommt es bereits zu starken Lieferengpässen. Vereinzelt werden sogar bestehende Lieferverträge seitens der Baustoffhändler gekündigt. Eine wesentliche Ursache hierfür ist das Herunterfahren der Produktionskapazitäten infolge der Corona-Pandemie und die steigende Nachfrage vor allem aus China.

Dämmstoffe, Betonstahl und Holzprodukte von Preissteigerungen betroffen

Die Preise für Betonstahl in Stäben sind von September 2020 bis Januar 2021 um über 22 Prozent angestiegen. Hier wuchs die Nachfrage durch die wieder in Gang kommende Konjunktur vor allem in China. Bei aus Erdöl verarbeiteten Baustoffen wie Kunststoffrohren, Folien, Bitumen und Dämmstoffen spitzt sich die Lage derzeit immer weiter zu. Ursächlich hierfür sind die weltweit anziehende Nachfrage und Produktionsausfälle in den USA infolge des Wintereinbruchs. Auch bei Holzprodukten ist die Marktsituation derzeit schwierig. Da der Bedarf an Holz allgemein – auch durch zunehmende Bauaktivitäten – auf hohem Niveau liegt, geht der Holzhandel von mittel- bis langfristigen weiteren Preissteigerungen aus.

Praxistipp

Unsere Empfehlung an Bauunternehmer lautet daher, eigene Angebote an Auftraggeber zeitlich möglichst kurz zu befristen („... an mein Angebot halte ich mich längstens bis ... gebunden.“) und die Risiken von Preissteigerungen im Rahmen der Preiskalkulation entsprechend zu berücksichtigen.

Preisanpassungsklauseln in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) unterliegen einer strengen gesetzlichen Inhaltskontrolle und sind wirksam kaum zu vereinbaren. So ist bei Verträgen mit Verbrauchern die Preisanpassung in AGBs innerhalb von vier Monaten nach Vertragsschluss gesetzlich ausgeschlossen.

Achtung: Im Rahmen einer öffentlichen Auftragsvergabe können Angebote weder befristet noch unter dem Vorbehalt der Preisanpassung abgegeben werden. Hier verbleibt nur die Möglichkeit, die Preissteigerungen entsprechend einzukalkulieren.